STEAG baut Wasserversorgung für bp Raffinerie in Gelsenkirchen

Verträge für zweiten Teil des Energiekonzepts der Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven unterzeichnet

Gelsenkirchen/Essen. Das Essener Energieunternehmen STEAG GmbH ist von der bp-Tochtergesellschaft Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen beauftragt worden, die Planung und den Bau einer Wasseraufbereitungsanlage für die Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven zu übernehmen; die entsprechenden Verträge sind am Mittwoch, 16. Dezember 2020, unterzeichnet worden.

Neben Planung und Bau der auf insgesamt drei Baufelder verteilten Wasseraufbereitungsanlage wird STEAG sich zunächst für fünf Jahre auch um die Instandhaltung der Anlagen kümmern. Die neu entstehende Wasseraufbereitung ergänzt die bereits von STEAG konzipierte und derzeit im Bau befindliche Dampfversorgungsanlage im Werk Scholven.

Wasser wird zur Dampfproduktion aufbereitet
Als Brennstoff für die Dampferzeugung wird vor allem das am Standort anfallende Raffineriegas genutzt. Durch diese Verwendung kann unter anderem die sicherheitsnotwendige Verbrennung von Prozessgasen beim An- und Abfahren von Anlagen über Raffineriefackeln verringert werden. Der in den neuen Dampfkesseln erzeugte Prozessdampf wird anschließend bei der Raffinierung eingesetzt. Dabei kommt der neu zu errichtenden Wasseraufbereitung die Aufgabe zu, sowohl qualitativ wie quantitativ hinreichend Wasser für die Dampfproduktion zur Verfügung zu stellen. Eine erfolgreiche Dampfproduktion braucht vollentsalztes Wasser.

Geschlossenes System
„Die Dampfproduktion arbeitet mit einem geschlossenen Wasserdampfkreislauf“, erklärt STEAG-Projektleiter Volker Veelmann. Rücklaufende Kondensate würden gesammelt, neu aufbereitet und wieder dem Wasserkreislauf zugeführt. „Lediglich geringe prozessuale Verluste müssen jeweils mit Frischwasser ausgeglichen werden.“ Insofern sei das von STEAG entwickelte Energiekonzept auch in dieser Hinsicht in vorbildlicher Weise effizient und ressourcenschonend.

„Wir als bp wollen bis zum Jahr 2050 oder früher klimaneutral sein. Aus diesem Grund investieren wir fortlaufend in die Modernisierung unserer Anlagen und suchen aktiv nach Möglichkeiten für CO2-Einsparungen im Produktionsprozess“, sagt José Luis García Galera, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhr Oel GmbH – BP Gelsenkirchen. Das Projekt ist Teil eines rund zwei Milliarden Euro umfassenden Modernisierungsprogramms, das die Raffinerie in Gelsenkirchen in den kommenden zehn Jahren fit für die Zukunft macht.

Energielösungen aus einer Hand
STEAG unterstreicht mit der Ausweitung der Kooperation die eigenen Kompetenzen in Sachen Industriekundenlösungen. „Dank unserer mehr als 80-jährigen Erfahrung bei Planung, Bau und Betrieb komplexer energietechnischer Anlagen ist STEAG in der Lage, maßgeschneiderte Antworten auf nahezu alle Fragen rund um Energie und Dekarbonisierung zu geben – und das aus einer Hand“, sagt Dr. Ralf Schiele, Geschäftsführer der STEAG GmbH.

Das Auftragsvolumen der zwischen bp und STEAG geschlossenen Verträge liegt im mittleren dreistelligen Millionenbereich; der Bau der Wasseraufbereitungsanlage soll bis Ende 2022 abgeschlossen sein.


Bildunterschrift: Stefanie Rehpöhler, Leiterin Erzeugung bei STEAG, und bp-Projektleiter Robert Houston bei der Vertragsunterzeichnung.