STEAG-Zentrale wird klimaneutral

Klimakonzept für die Essener Hauptverwaltung spart im Jahr 1.550 Tonnen CO2

Essen/Würzburg/Stuttgart. Der Hauptsitz des Essener Energieunternehmens STEAG an der Rüttenscheider Straße wird in den kommenden Monaten schrittweise klimaneutral. Nach der bereits erfolgten Umstellung auf grüne, emissionsfreie Heizwärme folgen nun die Installation einer Photovoltaik-Anlage und eines Energiemanagementsystems. Bei der Umsetzung greift STEAG auf hauseigene Kompetenz der Tochtergesellschaften STEAG Solar Energy Solutions (SENS) und OPTENDA GmbH zurück. Zusammen mit der Umstellung auf Grünstrom erreichen die Maßnahmen eine jährliche Ersparnis an CO2-Emissionen von rund 1.550 Tonnen.

Das traditionsreiche Essener Energieunternehmen STEAG intensiviert die Bemühungen, die unternehmenseigene Klimabilanz stetig zu verbessern. Seit 1990 hat STEAG die eigenen CO2-Emissionen in Deutschland bereits um mehr als 80 Prozent gesenkt. „Die Umsetzung eines detaillierten Energiekonzepts für unsere Konzernzentrale in Essen ist ein weiterer Schritt auf diesem Weg“, sagt Dr. Andreas Reichel, Vorsitzender der Geschäftsführung der STEAG GmbH. Dabei sei man besonders stolz darauf, dass man bei der Umsetzung des Konzeptes auf Kompetenz aus dem eigenen Haus zurückgreifen könne.

Ab dem 18. Juni installieren die Würzburger PV-Spezialisten der STEAG-Tochter SENS an der Rüttenscheider Straße 1-3 auf einer Fläche von rund 260 Quadratmetern eine Aufdachsolaranlage. Diese hat eine Leistung von rund 60 Kilowatt (KWp). Die dafür benötigten mehr als 150 Solarpaneelen werden eigens von einem Autokran auf das Dach des Gebäudes gehoben.

Herausforderung Denkmalschutz
„Rein flächenmäßig wäre auch eine noch größere und damit leistungsfähigere PV-Anlage denkbar gewesen“, sagt Michael Kollorz, Leiter des Gebäudemanagements der STEAG-Hauptverwaltung. Doch da das Ende der 1950er-Jahre von dem bekannten Architekten Egon Eiermann entworfene Gebäude unter Denkmalschutz stehe, sei eine größere Anlage nicht umsetzbar gewesen.

Damit die Anlage auch bei einer Teilverschattung eine optimale Energieausbeute erreicht, werden insgesamt vier Wechselrichter verbaut. Die Anlage selbst ist über ein 70 Meter langes, feuerfestes Kabel direkt mit der Hauptverteilung des Gebäudes im Keller verbunden. „Allein mit der PV-Anlage vermeiden wir künftig rund 22 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr“, sagt Bernd Retzlik, der die Umsetzung des Projekts bei der SENS begleitet hat.

Energie sparen dank Energiemanagementsystem
Zweiter wichtiger Baustein zur Verbesserung der Emissionsbilanz des Gebäudes ist die Implementierung eines Energiemanagementsystems. Auch hier kann STEAG auf Kompetenz aus den eigenen Reihen zurückgreifen: Die STEAG-Digitaltochter OPTENDA aus Stuttgart hat mit dem „Energy Monitor“ ein leistungsstarkes und intuitiv zu bedienendes Tool zum Energie-Monitoring und -management entwickelt. Dies kommt nun auch an der Rüttenscheider Straße in Essen zum Einsatz.

Dabei ist die Visualisierung der Leistungsdaten der PV-Anlage auf einem Monitor im Eingangsbereich des Gebäudes nur der sichtbarste Teil des neuen Energiemanagementsystems. „Mit dem ‚Energy Monitor‘ lassen sich Energieverbräuche spielend leicht erfassen, analysieren und basierend auf den Ergebnissen dieser Analysen auch optimieren“, sagt Sebastian Braun, Geschäftsführer von OPTENDA. Der Name der STEAG-Tochtergesellschaft steht dabei für die Aufgabe, der sich das junge, digitale Team aus Stuttgart verschrieben hat: „OPTimize ENergy by DAta“

CO2-Bilanz des Maßnahmenpakets
Dank des hauseigenen Softwaretools lasse sich die CO2-Bilanz des Gebäudes erwartungsgemäß um weitere 61 Tonnen pro Jahr verbessern. „Mit der bereits erfolgten Umstellung auf eine klimaneutrale Wärmeversorgung reduziert sich die Emissionsbilanz des Gebäudes um weitere 320 Tonnen pro Jahr“, so Michael Kollorz. Das Gros der CO2-Ersparnis ergebe sich schließlich aus der Umstellung auf Grünstrombezug: „Diese Maßnahme macht noch einmal gut 1.150 Tonnen pro Jahr aus.“ In Summe beläuft sich das Einsparpotenzial aller Maßnahmen somit auf etwas mehr als 1.550 Tonnen.

STEAG-Führungsnachwuchs gab den Anstoß
Erarbeitet wurde das Energiekonzept für die STEAG-Hauptverwaltung im Kreis einer interdisziplinären Arbeitsgruppe von Führungsnachwuchskräften. Traditionell durchlaufen diese bei STEAG ein sogenanntes General Management Program (GMP). Dabei entwickeln die Teilnehmenden im Team ein jeweils selbst konzipiertes Projekt. „Die Idee hinter dem Energiekonzept war, einen praktischen Nutzen für Klima und Umwelt zu schaffen. Zudem sollte das Projekt auch die grundlegende Transformation von STEAG versinnbildlichen, die das Unternehmen, das jahrzehntelang vor allem für die Energieerzeugung aus Steinkohle stand, gerade durchläuft“, erläutert Dr. Florian Dauber, einer der Teilnehmer der Projektgruppe.

„Mit der Umsetzung des Energiekonzepts dokumentiert STEAG den erklärten Willen, die eigenen Emissionen schrittweise immer weiter zu reduzieren“, sagt Dr. Ralf Schiele, der in der STEAG-Geschäftsführung die Bereiche Markt und Technik verantwortet.

Referenzprojekt und Leistungsschau
Doch auch jenseits des unmittelbaren klimatologischen Nutzens hat das Projekt einen wichtigen Stellenwert für STEAG: „Das Vorhaben ist neben dem unmittelbaren Effekt zugunsten unseres Klimas auch eine wichtige technische Referenz, was STEAG für eine flächendeckende Dekarbonisierung von Industrie und Gewerbe an Lösungen anzubieten hat“, so Ralf Schiele.